don't speak

storytelling

kapitel 0

Das ist sowas von armselig was du da abziehst. Wie bescheuert. naja...nicht wert einen Parasiten in den Abfall meiner Seele zu lassen glaub ich. Ich hock grad bei Herrn H. Gestern abend war ich schonmal hier, aber da war D. da. War irgendwie gut. anders irgendwie. oder auch nicht. Der hat doch glatt mal von gefühlen gesprochen. Das sie sich irgendwie verändern. Konstanter werden. Nicht mehr so unruhig sind und so. ich hab ihm viel erzählt. Wie immer eigentlich...

Er hat mich vermisst sagt er. Und dann: "ich kann weinen." hat er gesagt. "Ich kann lachen." hab ich gesagt. Und dann mussten wir beide heulen. verrückt irgendwie. Wir haben einfach viel gesprochen. Er meint keiner verstünde ihn. ich hab gesagt ich kenne das. Und dann er: "Ich weiß."

Dann sind S,K und son Typ gekommen mit Hunden und so. Vom Schnorrplatz und so. Draussen war voll rabbatz mit den anderen. Bullerei und so. und ich hab mich trotzdem wohl gefühlt. wohl weil er da war oder so. kein plan.

Achso: er schreibt wieder, sagt er. "Ich krieg's nicht zuende..."

aus mistress of pain

(irgendwann bestimmt..)

15.1.08 17:21


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aus mistress of pain, kapitel 1

„Bittersweet memories…

 

Der schmachtfetzen von whitney houston läuft grad auf meinem rechner und ich denk mal wieder an den falschen. Warum hast du das gemacht? Du hast ne grenze überschritten die eigentlich immer da war. Ungeschriebenes gesetz man. Und das macht mich so verdammt wütend. Ich könnt dich durch die ganze strasse treten und wär immer noch nicht weniger sauer auf dich. Was glaubst du eigentlich wer du bist man? Gott oder was? Ich könnt so schreien. Und gleichzeitig könnt ich weinen. Um dich, um das alles. Um diesen ganzen müll. Du tust mir so unendlich leid. Und dieses mädchen erst. Ich mein, ist dir eigentlich bewusst was passieren könnte, wenn ich meinen mund aufmache? Wenn ich mal das gesetz breche? Oder hast du das vergessen?

 

In deinen verschissen zugedröhnten schädel…

 

Du bist das hinterletzte. Du hast nichtmal verdient das man auf deinen grabstein einen namen schreibt, man. Und sie…ja bei gott, was bin ich gerade IHR für eine rechtschaffenheit schuldig? Was zur hölle hat sie für ein recht von mir irgendetwas zu fordern? Ausser das was ich gegeben hab. Soll ich den sündenbock spielen für dich? Mal wieder?

 

Vergiss es du seelenschänder.

 

Das kannst du dir in deinen verseuchten arsch stecken. Du bist so verdammt erbärmlich. Ich mein, was bist du denn für ein mensch (für ein tier) geworden? Das du nichtmal mehr weißt was du selbst gesagt hast. Was du getan hast?

 

Ist dir eigentlich klar was du deiner mutter damit antust du dreckskind?

 

Du parasit im abfall meiner seele?

 

Du selbstgerechtes arschloch?

 

Ich wünschte ich könnte das rückgängig machen. Diesen ganzen scheiss den ich für dich verzapft hab. Du dummes kindergartenblag hast das alles einfach vergessen. „hoff auf alte liebe…“ ach fick dich doch einfach. Ich würd so verdammt gern sagen du bist mir egal, aber zur hölle damit, dann würd ich nicht hier sitzen und mir die finger wund schreiben.

 

Ich wünsch dir die pest an den hals. Und ich geb dir ein versprechen du besoffenenes kind. Wenn ich irgendwann auch nur einen kratzer hab der von ihr kommt, dann schwör ich dir bei gott, ich pack aus man. Alles. Das was ich von O. weiß. Das was ich selbst weiß. Alles. Und dann kann die sich von mir aus die hände an dir schmutzig machen du verfickter dreckshund. Alter, ich versprech dir das, ich nehm dir alles weg. Jeden einzelnen verdammten menschen auf dieser welt. Damit du mal kapierst was leiden ist. Und nicht dieser pseudo alki müll den du auf deinen armen hast.

 

Verdammt noch mal, ich hatte ein schlechtes gewissen wegen dir! Ich hab ein verdammtes buch darüber geschrieben!

 

Geh verrecken. Sauf dich endlich tot man. Dann brauch ich deine verlogene, beschissene, scheiß-schöne visage nicht mehr sehen….“

 

 
28.10.07 02:37


du da draussen...

ich hab dich nur einen abend lang gesehen, weißt du? und naja...dass eigentlich auch nicht so richtig, weil ich damit beschäftigt war, den typen gegenüber von mir komplett zu ignorieren. du hast neben mir gesessen. du hast garnicht so schlimm gerochen wie ich dachte. aber das hat mich garnicht so an dir kleben lassen. das hat meinen blick nicht fanatisch auf dich gelenkt, so dass ich desöfteren neben die bierflasche geascht habe. es waren auch nicht dein irokesenschnitt oder deine total verhunzten tattoos. es war nichtmal die schmuddelige und mit nieten übersäte lederjacke die an deinem dünnen körper baumelte. weißt du was er war? das, was mich so an dir faszinierte, war dein gesicht. dein jungengesicht mit dem blech in der lippe. in dieser kinderlippe. und deine hände. männerhände an einem teenagerkörper. das hat mich magisch angezogen. mehr als das, ich wollte ein blatt papier haben, diese unstimmigkeit der welt geben. es skizzieren...diesen riss im bild. dieser kontrast zwischen deinen hübschen jungenaugen und dem halbrasierten schädel. deine helle stimme, die zwischen den durchbrochenen lippen hervordringt. verrückt. die aufnäher an deiner jacke. die löcher in deiner hose, durch die ansatzweise behaarte beine hindurchschimmerten. du bist kein kind - aber auch noch kein mann. du bist das dazwischen.

das ist krass. ich hab sowas schon lange nicht mehr gehabt. dieses gefühl der faszination. das hat mich berührt.so wie ein schwacher wind im sommer.

ich habe später das industriegebiet an mir vorbeirauschen lassen und den mond betrachtet. es war lustigerweise vollmond. verrückt. ich hab versucht dich zu malen. vielleicht schaff ich das irgendwann.

 

(wer rechtschreibfehler findet darf sie behalten!)

(aus mistress of pain) 

2.8.07 23:43


seifenblasen

"hast du angst?"

"tierisch. aber kann man wohl nix machen. muss ich halt durch jetz. kein plan wie. du...ach egal."

"was?"

"nix."

"laber nich. was wolltest du sagen. spucks aus, man, sonst kann ich nich pennen."

"ach...du halt. ich hab noch nie gesehen das du angst hast."

(wenn du wüsstest) "Kicher. nee, die meisten haben angst vor mir. das was anderes."

"du bis schon anders, ey..."

"?"

"ja, anders halt. was hat der ausser K. nochmal gesagt? echt oder so? oder nee...weiß nich."

"nee, der hatte auch gesagt, dass er angst vor mir hat. und der hat mir sogar gesagt warum."

"und?"

"mh. der hat gesagt, weil ich ihm zu sehr in seinen kopf reingucken kann. und weil ich ihm die wahrheit zeige. oder so ähnlich. über ihn selbst und das was er will. und das hat ihm angst gemacht."

"aber dann hat er ja keine angst vor dir, sondern nur vor sich selber."

(grummel) "jap."

"hab ich was falsches gesagt?"

"nee, schon gut. passiert mir nur öfter, sowas."

"ist doch gut. geht dir keiner aufn sack."

"ja klar." (pannemann) "aber kommt auch keiner näher als 5m an mein herz dran."

"ach herzchen..."

(aus: mistress of pain von eve) noch nicht veröffentlicht, aber bald!

1.8.07 02:17


drei

„Hast du’s? Meine Beine fallen gleich ab!“ das Zittern in den Knien wird beständig stärker, genauso wie der beißende Druck in den Handinnenflächen die zur Räuberleiter verschränkt sind.

 

„Nerv nich, man,“ ein Klacken über ihm verrät, dass das Fenster endlich auf ist. „Ich hab’s doch schon.“ Erleichterung durchströmt ihn, als ihr Gewicht von seinen Armgelenken und Knien leise auf die Erde fällt. Sie federt noch ein bisschen nach. Er krümmt die Finger zusammen, pumpt mit den Fäusten. Das Blut kommt wieder in die Hände. Seine Handflächen prickeln leise nach. Sie nimmt ihren Rucksack und drückt ihn in seine Hände.

 

„Ich geh zuerst, ok.“ Irgendwie kommt ihm das nicht wie eine Frage vor. Aber er hatte es sowieso nicht anders geplant. Die ganze Aktion stank ihm schon von Anfang an, aber jetzt…Jetzt ist es sowieso egal. Sie zieht sich am Fensterbrett hoch. Er schaut sich verlegen um. Im dunklen Garten und in dem kleinen Innenhof ist es fast stockdunkel. Nur ein kleiner Lichtschimmer dringt aus den mit Laken zugedeckten Fenstern zu seiner Rechten. Keine Zeugen also. Er atmet auf. Aus dem schimmernden Fenster dringt ohrenbetäubender Skinheadrock. Also auch keine Geräusch Gefahr.

 

„Krieg ich ma meinen Rucki?“ er schreckt aus seiner Späherposition. Sie streckt den linken Arm aus. Der Ärmel ihres schwarzen Pullis ist hoch gerutscht und er kann im Halbdunkel das keltische Tattoo an ihrem Handgelenk sehen. Ein Band. Es windet sich in drei Schmörkeln über ihren Unterarm. Schwarze Fingernägel. Er reicht ihr den Rucksack. Es raschelt leise.

 

„Willste jetzt mit oder willste warten und Schmiere stehn?“ Wäre Ungeduld eine Tugend, dann wäre sie wohl gesegnet mit zu viel davon. Er wirft noch einen letzten Blick in die finsteren Büsche und auf den praktisch als Hundeklo zu bezeichnenden Rasen. Dann streckt er die Hände aus, stütz sich auf die Fensterbank und strampelt sich unelegant mit den Beinen nach oben. Er schiebt erst ein Bein, dann das andere ins Innere der Wohnung. Das Geräusch eines Feuerzeuges dringt an sein Ohr. Er sieht eine Kerze aufflackern. Auf dem versifften Teppichboden machen seine Stiefel ein kleines Knautschen. Er blickt zu ihr. Sie steht halb mit dem Rücken zu ihm. Wie ein Tier, das Witterung aufnimmt. Sie blickt sich im Raum um. Er folgt ihrem Blick. Links ein Sofa, gegenüber eine halbe Schrankwand mit Fernseher, ein Monitor. Dazwischen ein Couchtisch. Darauf Bierflaschen. Oettinger mit Cola. Eine Tastatur und ein Kippengrab. Alles schummerig beleuchtet von einer Kerze die sie in der Hand hält. Seine Augen wandern um sie herum nach rechts. Eine Tür, offen. Er sieht die Umrisse eines Kühlschranks. Darauf stehen für ihn unerkennbare Dinge. Nach der Tür geht der Flur ab. Direkt gegenüber seines Standpunktes eine weitere Tür. Sie ist verschlossen. Er blickt wieder auf seine Mitstreiterin. Sie steht immer noch reglos da. Nur ihre Mimik verrät ihre Anspannung und das wahrscheinlich vorhandene Gefühlschaos. Sie beißt auf ihrer Unterlippe herum. Ihre Augenbrauen bilden ein V über ihren braunen Augen. Das Licht der Kerze flackert. Ihre Hand zittert ein bisschen. Sie stellt die Kerze auf die Schrankwand. Neben den Monitor. Der Rechner surrt leise vor sich hin. Sie geht zum Sofa, setzt sich. Vor sich auf dem Tisch die Tastatur. Der Bildschirm leuchtet auf. Sie öffnet Windows Fenster. Sucht. Findet. Ein Brennprogramm. Ihm geht das zu schnell. Er schaut sich um. Fischt eine Zigarette aus seiner Jackentasche. Keine Bilder. Poster. An der Tapete sind kleine rote Spritzflecken. Ein kalter Schauer streift über seinen Rücken. Sie steht plötzlich auf. Holt ihren Rucksack. Legt eine CD in den Rechner. Ein Piepsen verkündet den Start des Brennvorgangs. Danach wieder das monotone Surren. Sie steht auf, macht sich eine Zigarette an der Kerze an. Geht zur gegenüberliegenden Tür. Kommt zurück, holt die Kerze. Sein Blickfeld beschränkt sich auf den Eingang zu dem Raum. Ein wackelnder Schein. Dazwischen immer wieder ihr Schatten. Von nebenan dröhnt immer noch die Musik durch die dünnen Gipswände. Es gibt einen Knall, er zuckt zusammen. Die Glut fällt von seiner Kippe auf den Teppich. Hastig tritt er sie aus. Noch ein Knall. Ein Ratschen, wie zerreißender Stoff. Fetzen fliegen in sein Gesichtsfeld. Eine Holzlatte hinterher. Er konzentriert sich auf den blauen Balken im Computerbildschirm. Noch ein paar Mal knallt es. Eine Schranktür quietscht, den knarrt und rummst es. Rascheln, Reißen. Glas klirrt. Ein Fenster wird aufgemacht. Zugeschlagen. Nebenan wechselt die Musik auf Punkrock. Der Balken steht auf einhundert Prozent. Eine Tonfolge verkündet den erfolgreichen Brennvorgang. Die Tür schließt leise. Er schaut zu ihr. Die Kerze landet wieder auf ihrem Platz. Sie stopft Klamotten und Krams in ihren Rucksack, nimmt die CD aus dem Rechner. Legt sie behutsam in ihre Hülle. Ins vordere Fach des Eastpak Rucksacks.

 

Nachdem sie die Festplatte des Rechners gelöscht hat und das Babyfoto aus der Vitrine in ihrem Rucksack liegt schaut sie ihn an. Fertig, sagt ihr Blick. Er geht vor, zum Fenster. Steigt vorsichtig hinaus. Sie wirft ihren Rucksack, springt hinterher. Nachdem das Fenster wieder zu ist läuft sie vor ihm her. Sie schaut nicht einmal zurück. Und er weiß, wenn sie es tun würde, dann würden die Tränen doch fließen. Die Tränen, die sie nicht mehr weinen kann.

 

Aber er weiß nicht warum. Und das macht ihn wahnsinnig.

 

18.6.07 10:25


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