don't speak

storytelling

benutz mich

"bist du auch son scheiß held, oder was?" ich schmeiße meine kippe im hohen bogen in den schnee. sie verglüht mit einem knistern. schnee macht die welt so leise...
"nein. ich bin halt so," er schaut mich belustigt an. "lass uns reingehen."

ich schüttele meine jacke aus. und meine mütze. meine haare. überall versprühen wassertropfen. kalt. klein. wie nadeln. wie die fingernägel in meinen haaren. wie die zähne an meinem hals.
"mach die augen zu."
oh ja. und den kopf. und mein herz. ich halte diese schmerzbringende hand fest. kurz vorm exitus. kurz vor dem moment.
"warte.."
verwirrte, blaugraue augen. ein großartiges lächeln.
"soso...."
und diese hände zerreißen mich. machen mich zu glühendem feuer. treiben mich in den wahnsinn. machen mich leer. neu. erlösung.

sehr viel später.
wummernde bässe. ein großartiges lied dröhnt aus dem laptop auf dem chaotischen schreibtisch über mir. zuckende lichteffekte. ein stroposkop aus nervenkitzel springt auf meinem körper herum. meine hände prickeln und meine beine zucken. wie extasy. nur besser. besser als jede droge.
"das war also die revanche, ja?"
ein blick. ein moment. gott, ich lebe noch.
"ja."
und küsste mich weg von dieser welt...

"du willst nicht mit?"
"wohin?"
"na, nach canada!"
"nee....in 10 jahren vielleicht."
"dann schreib ich dir ne karte."
verwirrter blick aus blaugrauen augen.
von überall wo ich dann auch sein werde.

deo gracias.

2.1.10 16:40


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schnee

Ich stehe vor einem Spiegel. Kaltes Eis und rasiermesserscharfe Eiszapfen umrahmen meine Gestalt. Nebel wabert. Meine Hand berührt die Frau im Spiegel. Kalt. Weiß. Grauenhaft schön. Wundervoll.

Langes, weißes Haar. Graue Augen. Vollkommen pigmentlos. Vollkommen farblos. Wie Alabaster. Oder wie Michelangelos Marmor. Makellos. Nicht so wie der Mensch hinter mir. Der Mensch im Spiegel. Grauenhaftes Gesicht. Wie ein Nuckelavee. Oder wie man sich wohl einen vorstellt. Nicht die böse Schönheit eines Pans. Oder eines Mephisto. Nicht die gefährliche Anziehungskraft eines Vampirs oder eines anderen, mir bekannten Wesens dieser Welt hinter den Spiegeln. Eher ein mitleiderregendes Aussehen. Der Moment wo man hinschaut, obwohl man nicht möchte. Wie ein Mensch mit Mißbildung. 

Manchmal schaue ich in diesen Spiegel und frage mich, ob der Mensch darin wirklich existieren kann. Und wie er wohl in der realen Welt, außerhalb der Spiegel aussieht. 

Wahrscheinlich wunderschön. Gefährlich schön. 

Mein Herz brennt langsam. Wie ein Stück nasses Holz fängt es langsam an zu qualmen. Es dampft.  Es schreit. Langsam fängt es Feuer und glüht hellrot. Gelb. Und dann weiß. Wie Eisen im Schmiedefeuer.

 

Und dann explodiert es in einem Feuerwerk aus Funken, Blut und Feuer. Zersprengt die Brust der Frau im Spiegel. Lässt das Eis schmelzen und Wasser tropfen. Ascheregen. Rote Tränen die im Schnee verdampfen. Bis die Erde sichtbar wird. Und das Grün darunter. Die Welt mit Farben überfüllt, ausfüllt. Vollständig macht. 

[Vögel zwitschern leise....so schön.]

1.1.10 18:10


kapitel 4

„Du riechst komisch. Aber das liegt einfach daran, dass du nach dem Duschen die Klamotten von gestern anziehst. Oder die Jacke die seit Jahren kein Wasser gesehen hat. Abgesehen von der Flüssigkeit in Kotze, Bier und Bongwasser natürlich. Ganz davon abgesehen das man T-Shirts auch schon nach zweimal tragen waschen kann. Unter deinen Fingernägeln sammelt sich der Totengräberdreck. Millimeterdick. Und dein Bart sprießt fröhlich seinen Weg durch deine Gesichtszüge. Ohne aufgehalten zu werden. Die Narben in deinem Gesicht zeugen von dem, was in deinem Leben passiert ist. Vieles. Und nicht einmal halb soviel von den Dingen die du erfahren hast mögen gut gewesen sein. Deine Zähne gleichen einer kleinen Baustelle und deine Lippen haben das Küssen wohl schon lange verlernt. Deine Augen. Ich glaube man nennt das haselnussbraun. Eine schöne Farbe. So sanft. Still, ruhig. Gelassen. Wie du, wenn du gepafft hast. Oder wenn du auf deiner Matratze liegst und mich anschaust. Oder wenn du mit deinem Hund sprichst.
Deine Wohnung steht deiner Aufmachung in nichts nach. Es müffelt. Puffluft und Hundefutterflocken auf dem Teppichboden, der schon bessere Jahre gesehen hat.
Du bist ganz schön verschlossen. Harte Schale. Wie es da drinnen aussieht weiß ich nicht so genau. Sehr viel hab ich davon noch nicht gesehen. Manchmal empfindet man dich als unpersönlich. Kalt. Oder wie du es nennst herzlos. Aber das bist du nicht. Nicht immer. Wenn ich neben dir gelegen habe, in kurzen Momenten. Dann warst du manchmal herzlich. Hast Wärme gegeben. Du gibst wenn du kannst. Nicht so wie ich. Ich bin da anders. Ich schlag öfter um mich. Aber das liegt in meiner Natur. Genauso wie es in deiner liegt fliegen zu wollen. Ich weiß, dass man dich nicht einsperren kann. Das du um jeden Preis deine Freiheit behalten willst. Weißt du, woher ich das so genau weiß? Ich bin genauso. Aber ich bin da einfühlsamer als du. Sensibler. Ich kann meinen Schmerz, mein Mitleid in Grenzen halten.
Aber weißt du was? All das stört mich nicht. Das bist du. Einfach nur du. Nicht mehr und nicht weniger. Es macht dich genauso aus, wie das was du tust. Was du sagst. Was du fühlst und denkst. Es ist weder falsch noch richtig. Es ist einfach so wie es ist. So wie du bist.
Und lass mich dir eine Frage stellen: Wenn mich auch nur eine Sache davon stören würde, glaubst du dann allen Ernstes ich hätte dich gewollt?
Vergessen ist wie sterben. Deßhalb…“

Der Zettel ist voll geschrieben und ich sitze da auf seiner Couch und kotze mich schon wieder selber an. Wem will ich eigentlich noch was vormachen? Mir selber oder was? Dem Typen gegenüber von mir? Ach scheiße. Das ist doch jetzt sowieso nebensächlich. Was zählt ist die Tatsache, dass da drinnen jemand….egal.

Ich lauf davon
Lauf weg, bevor ich zu dir komm
Du schaust mich an und
Blinzelst, zwinkerst
Als würde das was ändern
Wie witzlos
Wie einsam
Wie gestellt ich dich anlächle
Kotze.
(september 07)

aus bierpissen....
24.2.08 18:22


Weit genug

"Wie weit würdest du gehen?"
"weiß ich nicht..." ich puste den Qualm meiner Kippe auf die Asche im Aschenbecher und gucke weg. Ich kenn den verwaschenen Blick ja doch schon zur genüge. Und die kaputten braunen Augen haben eine Menge ihrer Schönheit eingebüßt. So ist das wenn man sich versteckt.
"Würdest du es wissen wollen?" er verrenkt sich den Arm. Und die Schulter, nur um mich im Arm zu halten. Verrückt irgendwie. Ich schweig mich aus. Was soll man dazu sagen. was soll man dazu sagen wenn der der fragt...egal. Ich ziehe an meiner Kippe. Wieder und wieder. Die fragenden Blicke sind nicht auszuhalten. Ich ruckel mich hoch, raus aus dem Arm. Der Wärme. Guck ihn an. Das erste Mal heute.
"Nee, will ich nich."
"Warum?" er guckt verletzt. Als ob er mich wiederhaben will.
Ich drücke die Kippe im Aschenbecher aus.
"Weil ich nich wissen will wann ich sterbe."

Dann küss ich ihn tot und geh nach Hause.
16.2.08 18:53


bierpissen teil 2

"fühlst dich gut?" miese Frage. Und dann der Ton. Als wüsste dieser Penner die Antwort nicht schon. Rhetorische Messerstecher Fragen. Mich fickt das.
"Nee, fühl ich mich nich." Ich fühl mich nich gut, nur weil ich Engel gefickt habe. Weil ich davon Blasenprobs kriege. Aber das juckt dich auch nich wirklich. Solange es nicht dein Schwanz ist. Ich sauge an meiner Zigarette, will viel Nikotin inhalieren. Soviel dass ich nich mehr denken muss. Denken kann. Nicht an diesen Abend. An diese ganze Woche. An jede verschissene Sekunde. Mit träumen und so.

Ich will meine Seele löschen lassen. Mit Elektroschocks einfach alle Bilder verschwinden lassen. Ich will das nicht mehr malen. Frei sein und so. Dieser ganze Psychokrieg in meinem Herz soll aufhören.

"musst halt geduld haben." ach, halt doch die Fresse du Wichser. Was weißt du denn schon? Du dröhnst dir doch tagtäglich deine Schmerzen weg. Ich kann das nicht. Konfrontiermensch und so. Kein Plan warum. Warum scheint die Sonne nicht? Alles grau draussen. Wie dein Gesicht...wenn ich schon verrecken muss am Member sein, dann in deinen zerfetzten Armen.

Ich führ gespräche mit dir, obwohl du garnicht da bist. Bin ich wahnsinnig?
Oder du bist doch da. In meiner Seele. Der zweite Teil davon.
Immernoch.
Vielleicht mein Leben lang.
(bierpissen....)
29.01.2008
29.1.08 16:24


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