don't speak

kapitel 4

„Du riechst komisch. Aber das liegt einfach daran, dass du nach dem Duschen die Klamotten von gestern anziehst. Oder die Jacke die seit Jahren kein Wasser gesehen hat. Abgesehen von der Flüssigkeit in Kotze, Bier und Bongwasser natürlich. Ganz davon abgesehen das man T-Shirts auch schon nach zweimal tragen waschen kann. Unter deinen Fingernägeln sammelt sich der Totengräberdreck. Millimeterdick. Und dein Bart sprießt fröhlich seinen Weg durch deine Gesichtszüge. Ohne aufgehalten zu werden. Die Narben in deinem Gesicht zeugen von dem, was in deinem Leben passiert ist. Vieles. Und nicht einmal halb soviel von den Dingen die du erfahren hast mögen gut gewesen sein. Deine Zähne gleichen einer kleinen Baustelle und deine Lippen haben das Küssen wohl schon lange verlernt. Deine Augen. Ich glaube man nennt das haselnussbraun. Eine schöne Farbe. So sanft. Still, ruhig. Gelassen. Wie du, wenn du gepafft hast. Oder wenn du auf deiner Matratze liegst und mich anschaust. Oder wenn du mit deinem Hund sprichst.
Deine Wohnung steht deiner Aufmachung in nichts nach. Es müffelt. Puffluft und Hundefutterflocken auf dem Teppichboden, der schon bessere Jahre gesehen hat.
Du bist ganz schön verschlossen. Harte Schale. Wie es da drinnen aussieht weiß ich nicht so genau. Sehr viel hab ich davon noch nicht gesehen. Manchmal empfindet man dich als unpersönlich. Kalt. Oder wie du es nennst herzlos. Aber das bist du nicht. Nicht immer. Wenn ich neben dir gelegen habe, in kurzen Momenten. Dann warst du manchmal herzlich. Hast Wärme gegeben. Du gibst wenn du kannst. Nicht so wie ich. Ich bin da anders. Ich schlag öfter um mich. Aber das liegt in meiner Natur. Genauso wie es in deiner liegt fliegen zu wollen. Ich weiß, dass man dich nicht einsperren kann. Das du um jeden Preis deine Freiheit behalten willst. Weißt du, woher ich das so genau weiß? Ich bin genauso. Aber ich bin da einfühlsamer als du. Sensibler. Ich kann meinen Schmerz, mein Mitleid in Grenzen halten.
Aber weißt du was? All das stört mich nicht. Das bist du. Einfach nur du. Nicht mehr und nicht weniger. Es macht dich genauso aus, wie das was du tust. Was du sagst. Was du fühlst und denkst. Es ist weder falsch noch richtig. Es ist einfach so wie es ist. So wie du bist.
Und lass mich dir eine Frage stellen: Wenn mich auch nur eine Sache davon stören würde, glaubst du dann allen Ernstes ich hätte dich gewollt?
Vergessen ist wie sterben. Deßhalb…“

Der Zettel ist voll geschrieben und ich sitze da auf seiner Couch und kotze mich schon wieder selber an. Wem will ich eigentlich noch was vormachen? Mir selber oder was? Dem Typen gegenüber von mir? Ach scheiße. Das ist doch jetzt sowieso nebensächlich. Was zählt ist die Tatsache, dass da drinnen jemand….egal.

Ich lauf davon
Lauf weg, bevor ich zu dir komm
Du schaust mich an und
Blinzelst, zwinkerst
Als würde das was ändern
Wie witzlos
Wie einsam
Wie gestellt ich dich anlächle
Kotze.
(september 07)

aus bierpissen....
24.2.08 18:22
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Gratis bloggen bei
myblog.de