don't speak

schnee

Ich stehe vor einem Spiegel. Kaltes Eis und rasiermesserscharfe Eiszapfen umrahmen meine Gestalt. Nebel wabert. Meine Hand berührt die Frau im Spiegel. Kalt. Weiß. Grauenhaft schön. Wundervoll.

Langes, weißes Haar. Graue Augen. Vollkommen pigmentlos. Vollkommen farblos. Wie Alabaster. Oder wie Michelangelos Marmor. Makellos. Nicht so wie der Mensch hinter mir. Der Mensch im Spiegel. Grauenhaftes Gesicht. Wie ein Nuckelavee. Oder wie man sich wohl einen vorstellt. Nicht die böse Schönheit eines Pans. Oder eines Mephisto. Nicht die gefährliche Anziehungskraft eines Vampirs oder eines anderen, mir bekannten Wesens dieser Welt hinter den Spiegeln. Eher ein mitleiderregendes Aussehen. Der Moment wo man hinschaut, obwohl man nicht möchte. Wie ein Mensch mit Mißbildung. 

Manchmal schaue ich in diesen Spiegel und frage mich, ob der Mensch darin wirklich existieren kann. Und wie er wohl in der realen Welt, außerhalb der Spiegel aussieht. 

Wahrscheinlich wunderschön. Gefährlich schön. 

Mein Herz brennt langsam. Wie ein Stück nasses Holz fängt es langsam an zu qualmen. Es dampft.  Es schreit. Langsam fängt es Feuer und glüht hellrot. Gelb. Und dann weiß. Wie Eisen im Schmiedefeuer.

 

Und dann explodiert es in einem Feuerwerk aus Funken, Blut und Feuer. Zersprengt die Brust der Frau im Spiegel. Lässt das Eis schmelzen und Wasser tropfen. Ascheregen. Rote Tränen die im Schnee verdampfen. Bis die Erde sichtbar wird. Und das Grün darunter. Die Welt mit Farben überfüllt, ausfüllt. Vollständig macht. 

[Vögel zwitschern leise....so schön.]

1.1.10 18:10


Werbung


benutz mich

"bist du auch son scheiß held, oder was?" ich schmeiße meine kippe im hohen bogen in den schnee. sie verglüht mit einem knistern. schnee macht die welt so leise...
"nein. ich bin halt so," er schaut mich belustigt an. "lass uns reingehen."

ich schüttele meine jacke aus. und meine mütze. meine haare. überall versprühen wassertropfen. kalt. klein. wie nadeln. wie die fingernägel in meinen haaren. wie die zähne an meinem hals.
"mach die augen zu."
oh ja. und den kopf. und mein herz. ich halte diese schmerzbringende hand fest. kurz vorm exitus. kurz vor dem moment.
"warte.."
verwirrte, blaugraue augen. ein großartiges lächeln.
"soso...."
und diese hände zerreißen mich. machen mich zu glühendem feuer. treiben mich in den wahnsinn. machen mich leer. neu. erlösung.

sehr viel später.
wummernde bässe. ein großartiges lied dröhnt aus dem laptop auf dem chaotischen schreibtisch über mir. zuckende lichteffekte. ein stroposkop aus nervenkitzel springt auf meinem körper herum. meine hände prickeln und meine beine zucken. wie extasy. nur besser. besser als jede droge.
"das war also die revanche, ja?"
ein blick. ein moment. gott, ich lebe noch.
"ja."
und küsste mich weg von dieser welt...

"du willst nicht mit?"
"wohin?"
"na, nach canada!"
"nee....in 10 jahren vielleicht."
"dann schreib ich dir ne karte."
verwirrter blick aus blaugrauen augen.
von überall wo ich dann auch sein werde.

deo gracias.

2.1.10 16:40


blutdurst

rote striemen
kaltes eis auf meiner brust
in meinem hals
entspringt ein würgen
ein zittern, beben, hämmern

feuer speien
auf die glieder aller
mit messern deine adern ritzen
und dein leben verschwenden

nebel aus blut
rachedurst
geh sterben
bevor ich dich töte
und dein herz
mit wollust
über dem feuer meines hasses verbrenne

03.01.2010
3.1.10 18:57


verdammt, wir leben noch!

ich lebe noch. gott. ich lebe noch. ich saß im zug und musste weinen. einfach nur weil...weil dieses wundervolle wesen sich auf dem bahnsteig vor mir verbeugte. weil...weil ich. gott. weil ich ...

ich lebe noch. ich glaube. ich denke. ich fühle. ich bin. er hat flügel. in weiß. in wunderschönem, kristallklarem weiß.

ich fühl mich so groß, so klein, so anders. ich habe großartig geschlafen. seit wochen das erste mal. ich habe nicht geträumt. ich habe einfach nur geschlafen. und...mich schön gefühlt. mein herz platzt. ich bin verrückt. und ich kann leben. und atmen. und....und. wunder. wunderschön.  

8.1.10 00:04


einsamkeit

[ein kleines glöckchen bimmelt an meinem hals. ganz zart. ein klang wie kleine silberkugeln. vermutlich derselbe klang den die kugeln in deinem arsch haben...]


wenn ich fühle
dann voll und ganz und mit allem
was die welt im gleichklang hält
mit all meiner gewalt
mit all meinem mut, meiner kraft
mit all dem
was du mir an leben gelassen hast
das bisschen
der klägliche rest in meinem herz

ich will alles -
nicht nur ein stück
aber das wusstest du, alle, jeder
ich geb ein teil von mir
ein kleines stück
und will dafür ein leben auffressen
ich bin nicht gesund
für niemanden
nichtmal für mich

[aber er
er hat mich ganz gemacht und du
du hast mich gezwungen das zu vergessen -
dafür sollst du sterben
und niemals nach valhalla kommen
mögen die krähen deine augen fressen
damit du den fährmann nicht siehst
und für immer umherirrst
im garten deiner angst]
09.01.2010
für f

und

[lieb mich]
ich fühl dich in mir
brennen, lodern, kratzen, beißen
du glaubst an mich
du denkst an mich
ich weiß es es
ich kann dich schreien fühlen
auf meiner haut
schrei mich an
sag mir
ich kann gehen
so wie früher
so wie immer
so wie du
und ich
WIR
[wir leben noch]
09.01.2010
für dopamin

9.1.10 22:57


 [eine Seite weiter]
Gratis bloggen bei
myblog.de